Volatilitäts- und Korrelationsrisiko in Futures-Märkten

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23. April 2019
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Lorenz Schneider

Seit 2008 gibt es auch im Crude-Oil-Markt einen Volatilitätsindex – den Oil-Volatility-Index, oder OVX. Darüber hinaus sind sogenannte „Calendar Spread”-Optionen sehr beliebt und werden aktiv gehandelt. Mit der Verfügbarkeit dieser Marktdaten lassen sich auch komplexere Modelle mit stochastischer Volatilität robust kalibrieren oder schätzen. In diesem Beitrag gehen wir auf Eigenschaften der Volatilität und Korrelation ein und zeigen, wie ein solches Modell erfolgreich zum Risikomanagement eingesetzt werden kann.

Futures Märkte

In diesem Artikel wollen wir einige Eigenschaften von Futures- und Options-Märkten beschreiben und aus ihnen Schlüsse für erfolgreiches Risikomanagement ziehen. Diese Eigenschaften gelten für die meisten Rohstoffmärkte, aber wir wollen sie hier der Anschaulichkeit halber am Beispiel von West-Texas-Intermediate- (WTI) Rohölmärkten illustrieren.

Die am aktivsten gehandelten Rohöl-Kontrakte sind WTI, Brent, und Oman Futures, die sogennanten „Crude Oil Benchmarks” oder Referenz-Kontrakte. Die aktuelle WTI- Futures-Preiskurve gibt die Preise an, zu denen WTI-Öl zu den gegebenen Fälligkeiten gehandelt wird. Ist diese Kurve ansteigend, so sagt man, der Markt sei in „Contango”; ist sie abfallend, so sagt man der Markt sei in „Backwardation”.

Das Tickersymbol eines WTI-Futures setzt sich zusammen aus „CL” (Crude Light), den Buchstaben F (Januar), G, H, J, K, M, N, Q, U, V, X, Z (Dezember) für die zwölf Monate, und der letzten Ziffer des Jahres, also z. B. CLZ9 fur den Dezember 2019-Futures. Zeitreihen mit täglichen Schlusspreisen werden üblicherweise in kontinuierlicher Weise mit „CLc” und der Anzahl Monate bis zur Fälligkeit angegeben, da ein bestimmter Kontrakt ja irgendwann ausläuft. Z. B. gibt die Zeitreihe CLc1 den Preis des ersten („nearby”) Futures an, bis dieser ausläuft, danach dann den Preis des neuen Nearby-Futures usw. Für Details zu Terminwarenmärkten sei der Leser auf das umfangreiche Buch von Roncoroni, Fusai und Cummins [Roncoroni et al. 2015] verwiesen.

[...] Vom 10 Mai 2007 bis zum 12. Februar 2019 erreichte der 1-Monats-Future sein Maximum von 145,29 USD am 3. Juli 2008 und sein Minimum von 26,21 USD am 11. Februar 2016. Man kann erkennen, dass der 1-Monats-Future volatiler ist als der 24-Monats-Future. Dieser nach dem Ökonomen Paul Samuelson benannte Volatilitäts-Effekt [Samuelson 1965] ist empirisch beobachtbar und gilt für die meisten Futures-Märkte. Er lässt sich sowohl an historischen Zeitreihen als auch an den  impliziten Volatilitäten von Optionen auf Futures mit verschiedener Laufzeit beobachten. Erklärt wird dieser Effekt dadurch, dass früher auslaufende Kontrakte stärker von Nachrichten beinflusst und auch aktiver gehandelt werden als später auslaufende Kontrakte.

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[Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Fachzeitschrift RISIKO MANAGER 03/2019. Die Ausgabe ist seit dem 27. März 2019 lieferbar und kann auch einzeln bezogen werden.]

Autor:
Lorenz Schneider
hat als quantitativer Analyst für Rohstoff- und hybride Derivate bei einer Investment Bank in der Londoner City gearbeitet. Seit 2009 hat er eine Professur für Finanzmathematik an der Emlyon Business School in Lyon, Frankreich.

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